Unternehmensvideo – Selbermachen oder besser nicht?

Die Wirtschaftsförderung Lübeck hat einen Themenabend dem Thema ‘Unternehmensvideo’ gewidmet. Zwei alte Hasen mit Fernseherfahrung, Oliver Gäbel und Christof Tietgen, referierten zu zwei speziellen Themen: ‘Warum Unternehmensvideo?’ und ‘Wie Unternehmensvideo selbstmachen’.

Den meisten Anwesenden dürften die Antworten zum ersten Thema nicht überrascht haben. Das zweite Thema mag allerdings den Grossteil der Zuhörer neugierig gemacht haben. da insbesondere kleinere Unternehmen den Druck verspüren, selbst Videos herzustellen, um die Social Media Kanälen mit regelmässigen Videos zu füttern.

Christof Tietgen brachte es auf den Punkt: Jeder kann prinzipiell.Videos machen, aber er oder sie sollte sich dabei wohlfühlen und sollte die Zeit und Ausdauer haben. Startern empfahl er, sich mit Smartphones zu filmen und erst, wenn man sicher ist, dass man weitermachen möchte, ein mehr professionelle Ausrüstung anzulegen. Er zeigte auch auf, dass selbstgemachte Videos schädlich sein können, wenn sie unprofessionell gemacht erscheinen.

Als positives Beispiel wurde der Autolackierer Michael Scharnberg auf die Bühne gebeten. Er produziert seit einem Jahr regelmässig Vlogs ( Videoblogs). 60% seiner Zeit investiert er darauf, hat einen Videospezialisten eingestellt und wird mittlerweile von wildfremden Leuten auf der Strasse angesprochen. Er sieht das eher als Preis, den man zu zahlen hat, wenn man ein so ambitioniertes Ziel, wie er verfolgt: Den Aufbau eines landesweit operierenden Unternehmens, um auch fuer Tesla interessant zu sein. Diesem Ziel fühlt er sich schon sehr nahe, weil er tatsächlich Kunden aus anderen Teilen des Landes gewinnen konnte. Die Hauptvoraussetzung allerdings ist Stetigkeit. Das Internet ist gefrässig und immer hungrig.

Der Abend hat sicherlich vielen deutlich gemacht, das Video-Selbstmachen nicht von selbst kommt. Daher ist professionelle Unterstützung ratsam.

Leider kam in dem Format des Abends ein Aspekt zu kurz: Unternehmensvideos müssen nicht nur Realvideos sein, es kann auch Animationsfilm oder eine Mischung aus Real und Animationsfilm sein.

Der Vorteil kann sein, dass man seine Produkte besser als Animation darstellen kann. Animation kann auch frischer und unkonventioneller wirken. Das Personal des Unternehmens muss sich nicht präsentieren oder produzieren. was auch ein Vorteil sein kann.

Viele Unternehmen heute operieren in Standardbüros. Auch Fabriken oder Labors sind nicht unbedingt fotogener oder kunderwirksamer. Die Betätigungsfelder und Aufgaben der Mitarbeiter mögen auch abstrakt sein, können aber sehr interessant wirken, wenn in der Zeichentrickform veranschaulicht.

Gäbel und Tietgen betonten den Vorteil, mit Videos eine Verbindung und Vertrauen aufzubauen, aber man kann auch viel zerstören. insbesondere wenn Unternehmen versuchen sich ausserhalb ihres Arbeitsumfeldes zu produzieren. Ein Beispiel mit singenden Büroangestellten illustrierte dieses Risiko anschaulich. Animationsfilme haben den Vorteil, dass sie frish wirken koennen ohne die Gefahr, dass Selbst- und Fremdbild miteinander kollidieren.

Animationsfilme müssen auch nicht teuer sein – jedenfalls nicht teurer als ein Kamerateam mehrere Tage irgendwo filmen zu lassen. Aber fuer Animationsfilme wird man ohne professionelle Unterstützung nicht auskommen.